Studies in the Scriptures

Tabernacle Shadows

 The PhotoDrama of Creation

 

 

SCHRIFTSTUDIEN 

BAND 4 - DER KRIEG VON HARMAGEDON

 

 Studie 13

Die Aufrichtung des Königreiches und sein Offenbarwerden.

Wandeln im Glauben. Wer zum Königtum gehört. Einsetzung des geistigen Königtums. Einsetzung der „Fürsten“ in aller Welt. „Das Ersehnte aller Nationen.“ Der vertraute Umgang zwischen dem Königtum und seinen Dienern oder „Fürsten.“ Jakobs Leiter. Moses Decke. Einführung großer Veränderungen. Wird so große Macht in den Händen des neuen Herrschers gefahrvoll sein? Herrschaft der eisernen Rute, wie lange? Bekehrung der Welt. „Eine Nation mit einem Mal geboren.“ „Alle, die in den Gräbern sind.“ Die Zunahme seines Königreiches. Übergabe der stellvertretenden Herrschaft. Der Wille Gottes geschieht auf Erden, wie er im Himmel geschieht.

„Dann wird das Ersehnte aller Nationen kommen.“ - Haggai 2:7

„Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses Jehovas feststehen auf dem Gipfel der Berge und erhaben sein über die Hügel.“ - Micha 4:1, 2.

„In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron Jehovas nennen, und alle Nationen werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens Jehovas in Jerusalem; und sie werden nicht mehr dem Starrsinn ihres bösen Herzens nachwandeln.“ - Jer. 3:17

Nachdem wir bei unserem Studium des Planes Gottes bis ans Ende der Trübsal jenes großen „Tages der Rache“, der Vergeltung, gelangt sind und gesehen haben, wie der Zorn Gottes gegen Sünde und Selbstsucht entbrennen wird, bleibt uns noch der angenehme Teil unserer Aufgabe übrig, nämlich, im Lichte der Bibel zu untersuchen, in welcher Weise das Reich Gottes aufgerichtet werden soll, durch welches alle Geschlechter der Erde gesegnet werden sollen und eine neue, bleibende und viel bessere Ordnung der Dinge herbeigeführt werden soll, als die zugegebenermaßen mangelhafte der Vergangenheit und der Gegenwart.

Während die Welt die Schrecknisse der nächsten Zukunft bereits ihre Schatten vorauswerfen sieht, die dadurch in der Welt Furcht und Verzagtheit hervorrufen, sehen die, welche im Schatten des Allerhöchsten sitzen, an den schwarzen Wolken der Trübsal einen silberhellen Rand, so dass sie ihre Häupter erheben und sich der nahenden Erlösung freuen, welche für alle mit Christi köstlichem Blute Erkauften Befreiung bringen wird, wenn die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen wird mit Heilung in ihren Flügeln. - Mal. 4:2

Das Vorhergehende ist meist so handgreiflich, dass auch der natürliche Mensch sich dem Eindruck der Schilderung nicht wird entziehen können. Zum Ergreifen des Zukunftsbildes aber bedarf es größeren Lichtes, noch aufmerksameren Studiums des Wortes Gottes und festeren Glaubens; denn nur dem Auge des Glaubens wird es sichtbar sein. Von Gottes Volk aber wird es erwartet, dass es im Glauben wandelt und nicht im Schauen, und dass es fest darauf vertraut, Gott werde wohl imstande sein zu vollführen, was er verheißen hat. - Röm. 4:18-21

Von diesen zukünftigen Dingen kann aber niemand durch eigene Weisheit und Erkenntnis etwas wissen. Wer aber die Salbung des Heiligen Geistes hat, glaubt dem Worte Gottes, wenn er liest (1. Kön. 8:56): „Kein einziges Wort ist dahingefallen von allen seinen guten Worten.“ Der kann daher geduldig harren und zuversichtlich der zukünftigen guten Dinge warten.

In unseren früheren Betrachtungen (Band 1, Studie 13 und 14; Band 2, Studie 4) haben wir gezeigt, dass die Zeiten der Nationen, „die Zeiten der Heiden“, welche den Zwischenraum ausfüllen zwischen der Wegnahme des vorbildlichen Königreiches von Israel und der vollen Aufrichtung des messianischen Königreiches auf den Trümmern der gegenwärtigen Reiche, im Oktober 1914 ablaufen. Wir haben gesehen, dass die Gegenwart unseres Herrn von 1874 bis 1914 eine Erntezeit ist, deren erster Teil zur Sammlung seiner Auserwählten (der Braut) dient, indes der zweite Teil eine Trübsalzeit sein wird, in welcher die gegenwärtigen Einrichtungen hinweggetan werden, um dem neuen Reich Platz zu machen. So lasst uns nun im Schein des prophetischen Lichtes (Psalm 119:105; 2. Petr. 1:19) einige Einzelheiten der Aufrichtung des Königreiches des Allerhöchsten ins Auge fassen, welches das fünfte Universalreich auf Erden sein und ewig bleiben wird, welches allen seinen Untertanen Segnungen bringen wird, indes alle anderen Reiche der seufzenden Schöpfung ein reichliches Maß Enttäuschung und Bedrückung gebracht haben. Kein Wunder daher, dass es im Vorbild verkündet wurde durch den Schall der Jubeljahrposaune (3. Mose 25:9), und dass Haggai dasselbe (Kapitel 2:7) als die Erfüllung der Sehnsucht aller Nationen bezeichnet.

Wir wollen an dieser Stelle kurz zusammenfassen, was wir schon aus der Schrift über die Aufrichtung des „Königreiches Gottes“, das „Königreich der Himmel“ und der Herrschaft jenes Reiches und diejenigen, denen es zufallen wird, erfahren haben.

1. Es ist das Reich Gottes insofern, dass der Himmlische Vater der große König ist und den Plan der Erlösung festgelegt hat, von das Tausendjährige Königreich ein Teil sein wird. Es ist sein Reich auch deshalb, weil es durch seine Macht aufgerichtet werden und dauernden Bestand erhalten soll. (1. Kor. 15:24-26) Es ist ferner sein Reich, weil es ihn als obersten Herrscher und seine Gesetze und seine Liebe und Barmherzigkeit darstellen wird durch den von ihm festgelegten Mittler.

2. Es ist das Reich Christi, des geliebten Sohnes Gottes, insofern, als Christus in demselben, als Mittler des Neuen Bundes, als Vertreter des Vaters, mit der ausübenden Gewalt bekleidet sein wird, jedes Übel wirksam bekämpfen, die Sünde beseitigen und alle diejenigen von dem errettenden Geschlecht den vollen, freudigen Gehorsam dem Vater und seinen Gesetzen gegenüber lehren wird, welche sich bereit finden werden, sich völlig wiederherstellen zu lassen zu der göttlichen Ebenbildlichkeit und seiner Gnade und dem ewigem Leben.

3. Es ist das Reich der Heiligen insofern, als diese in demselben als königliche Priesterschaft (Offb. 5:10) mit Christo als Haupt herrschen, die Welt richten und segnen werden in Verbindung mit ihrem Herrn Jesus. (Röm. 8:17, 18) Die königliche Klasse im engeren Sinne wird lediglich aus unserem Herrn und seinen Auserwählten des Evangeliums-Zeitalters bestehen, zu denen er spricht: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das (König)- Reich zu geben!“ (Luk. 12:32) Ihnen gilt auch, was in Dan. 7:27 geschrieben steht: „Und das Reich und die Herrschaft und die Größe der Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen der höchsten Örter gegeben werden. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Herrschaften werden ihm dienen und gehorchen.“

Aber diese werden alle verwandelt werden bei ihrer (der ersten) Auferstehung (Offb. 20:4,6; 1. Kor. 15:42-46, 50-54; Joh. 3:5, 8) und danach nicht mehr länger menschliche Wesen, sondern „Teilhaber der göttlichen Natur“ sein, der Menschheit ebenso wenig sichtbar wie Gott und die Engel im Himmel. Es wird somit irgendeiner Vermittlung bedürfen zwischen der unsichtbaren, erhöhten Kirche und denen, die von ihr gerichtet (siehe 1. Kor. 6:2 und Band 1, Studie 8) und aus Sünde und Tod aufgerichtet werden sollen. Solche Vermittlung zwischen geistigen Wesen und den Menschen geschah ehedem dadurch, dass die Geistwesen in menschlichen Leibern einzelnen hervorragenden Personen erschienen und ihnen Mitteilungen hinsichtlich der Absichten Gottes machten. So erschienen Engel dem Abraham, der Sara, dem Lot, dem Gideon, den Eltern des Simson, dem Daniel, der Maria, der Mutter Jesu und anderen mehr. Dieser Art waren auch die Erscheinungen unseres Herrn bei seinen Jüngern nach seiner Auferstehung als Geistwesen, weil ihnen gewisse Mitteilungen  noch gemacht werden mussten, und weil sie den Heiligen Geist noch nicht empfangen hatten, denn der „Heilige Geist war noch nicht da, denn Jesus war noch nicht verherrlicht.“ (Joh. 7:39) Wir halten indes dafür, dass der Verkehr zwischen den geistigen Herrschern und ihren irdischen Untertanen im Millennium nicht dieser Art sein wird; denn wir finden in der Schrift, dass Gott eine gewisse Klasse von Menschen schon vor Beginn des Evangeliums-Zeitalters geprüft und des ewigen Lebens würdig befunden hat, die im Tausendjährigen Reich den Verkehr zwischen dem geistigen Königtum ,den Heiligen, und seinen menschlichen Untertanen vermitteln wird.

4. Diese Vermittler werden, wiewohl nicht das Königtum selber, dieses so vollständig unter den Menschen repräsentieren, dass sie als Kön. anerkannt und die einzigen sichtbaren Vertreter des Königreiches sein werden. Darum nennen wir sie die irdische Stufe des Königreiches, den Menschen sichtbar. - Luk. 13:28

Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten und alttestamentlichen Überwinder, von denen unser Herr (Matth. 8:11) und die Apostel (Hebr. 11:4-40) sprechen, werden, da sie ihre Prüfung bereits bestanden haben, als vollkommene Menschen auferstehen und nicht der Auferstehung zum tausendjährigen Gericht bedürfen, wie der Rest der Menschheit. Ihre Vollkommenheit wird sie befähigen, mit den geistigen Königen und Priestern direkt zu verkehren, ohne dass sich letztere zwecks Übermittlung von Gesetzen und Vorschriften für die Welt erst in Fleisch und Blut kleiden müssten, genau wie es bei Adam vor dem Fall gewesen ist, als er vollkommen war.

Diese irdischen Regenten werden jedoch nicht die Kön. und Priester sein, sondern Fürsten über die ganze Erde im Auftrag des Königs und als dessen oberste Beamte und Erzieher der Menschheit.

Die enge Verbindung zwischen dem Königreich und seinen Repräsentanten

Es ist offensichtlich, dass die irdische Stufe des Königreiches eine sehr enge Verbindung, Gemeinschaft und Zusammenarbeit mit dem wahren Königreich haben wird, den geistigen Herrschern. Sie werden zu den geistigen Königen im Verhältnis der Kinder zu ihren Vätern stehen, and Abteilungen derselben himmlischen Regierung gleichen, die zusammenarbeiten: Die himmlische Stufe wird die Legislative, die gesetzgebende Gewalt, sein, und die irdische die ausführende Gewalt bilden, wie geschrieben steht (Jes. 2:3): „Von Zion (dem geistigen Königreich) wird das Gesetz ausgehen und das Wort Jehovas (die göttlichen Kundmachungen, durch die „Fürsten“) von Jerusalem.“

Die Aufrichtung des Reiches

„Die Heilsbotschaft vom Königreich Gottes wird verkündigt, und jeder wird hineingenötigt (genötigt, das Zeugnis als eine Botschaft Gottes anzunehmen).“ - Luk. 16:16 - Schmoller

Mehr als achtzehn Jahrhunderte hindurch hat diese Botschaft, diese Anbietung des Königtums dazu gedient, die Auserwählten, die Überwinder von der Welt auszuscheiden. Während dieser ganzen langen Zeit haben diese auf die Zeit des Vaters zu ihrer Erlösung, zu ihrer Erhöhung in Macht als seine Kön. und Priester gewartet, um die wiedererkaufte Menschheit zu leiten und zu unterweisen und ihr damit die Möglichkeit zu verschaffen, durch Erkenntnis zum Glauben und Gehorsam zum ewigen Leben zu gelangen. Allein während dieser ganzen langen Zeit hatte die königliche Klasse Gewalt zu leiden von Seiten der Esau- und Ismael-Klasse, von Seiten Satans, des Fürsten dieser Welt, und seiner verblendeten Diener. So verstehen wir die Worte unseres Herrn (Matth. 11:12): „Dem Reich der Himmel wird Gewalt getan, und Gewalttuende reißen es an sich.“ Unser Herr, das Haupt des Königreiches, litt bis zum Tode, und alle seine Nachfolger erlitten irdische Verluste infolge ihrer Verpflanzung aus dem Reich (der Macht) der Finsternis in dasjenige des geliebten Sohnes Gottes. - Kol. 1:13

Diese Unterwerfung der zukünftigen Kön. unter die Leiden der Herrschaft des Bösen während mehr als achtzehnhundert Jahren fand aber nicht statt, weil unser auferstandener, zum Himmel aufgefahrener und herrlich gemachter Herr nicht vermocht hätte, die Seinen zu schützen, denn seit seiner Auferstehung ist ihm „alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden“ (Matth. 28:18), sondern weil der Vater eine Zeit bestimmt hat zur Darbringung des großen Opfers für die Sünde, und eine andere Zeit zur Erhöhung seiner Heiligen und Beherrschung und Segnung der Welt durch dieselben. Der Zeitraum zwischen beiden war hinreichend zur Herauswahl, Berufung und Vorbereitung der Miterben Christi. Die Macht des Bösen, der Widerstand der Sünder aber war zugelassen, damit alle Berufenen auf die Probe gestellt, geläutert und gleichsam wie Edelsteine zugeschliffen werden könnten. Was vom Haupte galt, gilt von den Gliedern: sie sollen nach Gottes Ratschluss als Neue Schöpfungen „vollkommen gemacht“ werden durch Leiden. - Hebr. 5:9

Jetzt aber leben wir am Ende des Evangeliums-Zeitalters, und das Königreich wird binnen kurzem aufgerichtet werden. Seit Oktober 1874 ist unser Herr, der berufene König, wieder gegenwärtig, denn so bezeugt es das prophetische Wort, und wer Ohren hat zu hören, der hört es. Seit April 1878 hat er seine königliche Macht an sich genommen und das erste Werk des Königreiches, wie es durch unseren Herrn in seinen Gleichnissen und Prophetien gezeigt worden ist, die Sammlung seiner Auserwählten, findet jetzt bereits statt. „Die Toten in Christus werden zuerst auferstehen“, erklärte der Herr durch den Apostel, und die Auferstehung der Herauswahl wird in einem Augenblick sein. (Band 3, Studie 6). Infolgedessen wurde das Königreich im Jahr 1878 aufgerichtet, wie es in unserem Herrn dargestellt ist und den bis dahin schlafenden Heiligen, die bereits zubereitet und passend gemacht worden sind und für würdig befunden worden sind, Glieder seines Leibes, die Braut, zu sein. Alles, was übrigbleibt und was noch vollbracht werden muss, ist die Vervollständigung und die Sammlung der noch lebenden und übrig gebliebenen Auserwählten zum Herrn, deren Prüfung noch nicht vollendet ist.

Allein darauf wartet das Reich nicht, um sich geltend zu machen; es ist schon an der Arbeit, und die Auserwählten diesseits des Vorhanges (Todes) haben das Vorrecht, die Geheimnisse seines Reiches zu erkennen und schon vor ihrer Verwandlung in der Königreichsarbeit tätig zu sein. Wenn sie dann sterben, werden sie nicht schlafen, sondern im Augenblick des Todes verwandelt und so Teilhaber der ersten Auferstehung werden, wie geschrieben steht: „Glückselig die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an! Ja, spricht der Geist, auf dass sie ruhen von ihren Mühen, denn (aber) ihre Werke folgen mit ihnen.“ - Offb. 14:13

Dies steht in vollem Einklang mit der Erklärung der Schrift, dass das Reich Gottes erst aufgerichtet werden muss, bevor es an die Vernichtung aller bestehenden Gewalten der gegenwärtigen, bösen Welt herantreten kann, jener politischen, kirchlichen und finanziellen Mächte, deren Untergang am Ende der „Zeiten der Nationen“, im Oktober 1914, fällig ist. Zum Beweis dafür wollen wir hier einige Schriftstellen anführen.

Bei der Beschreibung der Ereignisse unter der siebten Posaune wird folgende Reihenfolge beobachtet: 1. Der Herr nimmt als König der Erde seine große Macht an sich, und sein Reich beginnt. Infolgedessen kommt 2. die große Trübsal als Gericht über die Welt. Sein Reich beginnt demnach vor der Trübsal und vor der Auferstehung der Heiligen und Propheten, aber es wird viel länger dauern - tausend Jahre - bis dass jeder Mensch gerichtet worden ist, und die Gottesfürchtigen ihren Lohn empfangen haben und die Bösen vernichtet worden sind. Dies zeigt Offb. 11:17, 18, wo wir lesen:

„Wir danken dir, Herr, Gott, Allmächtiger, der da ist, und der da war, dass du angenommen hast deine große Macht und angetreten deine Herrschaft! (Gott wirkt durch Christum - „hat alles Gericht dem Sohn gegeben“. - „Alle Dinge sind von dem Vater“, und „alle Dinge sind durch den Sohn“, Gottes geehrten Stellvertreter.) Und die Nationen (als eine Folge der begonnenen Herrschaft) sind zornig gewesen, und dein Zorn ist gekommen und die Zeiten der Toten, um gerichtet zu werden, und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und die zu verderben, welche die Erde verderben.“

Wir lesen ferner, dass das Reich beginnen wird, bevor „Babylon“ fällt, dass Babylons Fall gerade eine Folge des vom Reich ausgehenden Gerichtes sein wird, das von einigen in Babylon zurückgebliebenen Heiligen später erkannt werden wird, wenn sie durch Christum Klarheit und Freiheit empfangen. Diese sind es, welche sprechen:

„Wahrhaftig und gerecht sind deine Gerichte; denn er hat die große Hure gerichtet, welche die Erde mit ihrer Hurerei verderbte, und hat das Blut seiner Knechte gerächt an ihrer Hand.“ - Offb. 19:2. - vergleiche dazu Offb. Kap. 18 und 19:3-7

Auch der Traum Nebukadnezars gibt uns Aufklärung in diesem Sinne. Ein Stein schlug das Bild an die Füße und zermalmte es vollständig und wurde danach zu einem großen Berg, der die ganze Erde erfüllte. Das Reich Gottes wird demnach erst aufgerichtet und mit voller Macht bekleidet werden, kraft welcher es die irdischen Gewalten vernichten wird. Wir lesen Daniel 2:44, 45:

„In den Tagen dieser Kön. (der letzten heidnischen Gewaltherrschaft - dargestellt in den Zehen des Standbildes) wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten (das zwar während des ganzen Evangeliums-Zeitalters Vertreter in der Welt gehabt hat, die aber von ihr nicht als solche erkannt wurden), welches (im Gegensatz zu den aufeinanderfolgenden Reichen der Nationen, die das Bild darstellte) ewiglich nicht zerstört, und dessen Herrschaft keinem anderen Volk überlassen werden wird (wie in dem Bild die Macht von einem Volk zum anderen überging); es wird alle jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber ewiglich bestehen.“

Unser Herr gibt seinen Getreuen die Zusicherung, dass bei seinem Werk der Zerstörung aller irdischen Gewalt die Kirche der Überwinder mit ihm sein und an seinem Werk teilnehmen wird. Er sagt:

„Wer überwindet und meine Werke bewahrt bis ans Ende, dem werde ich Gewalt über die Nationen geben; und er wird sie weiden mit eiserner Rute, wie Töpfergefäße zerschmettert werden, wie auch ich von meinem Vater empfangen habe.“ - Offb. 2:26, 27 - vergleiche dazu Psalm 149:8, 9

Wenn wir nun auch nicht im einzelnen wissen, welchen Teil ihrer Aufgabe der Herr und die bereits erhöhten Heiligen gerade zur Zeit verrichten, so können wir doch sicher sein, dass sie sich eifrig an der Arbeit derjenigen Glieder des Reiches, die noch diesseits des Vorhanges (Todes) sind und ihren Lauf, ihren Dienst, noch nicht vollendet haben, beteiligen, das heißt am „Ernte“-Werk, an der Sammlung der lebenden Auserwählten und an der Verkündigung in Zion: „Dein Gott herrscht!“ (sein Reich ist aufgerichtet) und an der Ankündigung „des Tages der Rache“, der Vergeltung.

Einsetzung der irdischen Regenten

Die Einsetzung der irdischen Regenten aber dürfen wir nicht vor Ablauf der „Zeiten der Nationen“ (Oktober 1914) erwarten. Den Nationen ist ein Lehen gegeben worden, und in diesem Datum liegt keine Abweichung von Gottes unabänderlichem Plan. Die irdische Stufe des Königreiches Gottes wird, nachdem sie aufgerichtet worden ist, israelitisch sein, denn solcher Art ist der Bund Gottes mit Abraham und seinem irdischen Samen. Sogar die höchste Gunst, das geistige Reich, war den natürlichen Israeliten angeboten worden und wäre ihnen zugefallen, wenn ihre Herzen bereit gewesen wären, es unter den Bedingungen anzunehmen, die daran geknüpft waren, unter der Bedingung, mit Christus zu leiden und danach mit ihm erhöht, herrlich gemacht zu werden. (Röm. 8:17) Das wahre Israel suchte und wünschte das Beste, was Gott zu geben hatte, aber „was Israel (als Volk) suchte, das hat es nicht erlangt; aber die Herauswahl (die kleine „Herde“, sowohl aus Juden als auch aus den Nationen erwählt) hat es erlangt, die Übrigen aber sind verblendet worden“, nicht für immer, sonder bis die Vollzahl der Auserwählten des geistigen Samens, des eigentlichen Königreiches, erreicht ist. - Röm. 9:31-33; 11:7, 23, 25-32

Die Israeliten werden zwar ohne Rücksicht auf ihren Glauben oder Unglauben durch Gottes Vorsehung in ihrem Land gesammelt werden, denn so zeigt es die Verheißung; aber einen Anteil an der irdischen Stufe des Königreiches werden sie erst haben, nachdem sie Jesus Christus als Sohn Gottes, als ihren und der Welt alleinigen wahren Erlöser, anerkannt haben. Zu Beginn des Reiches werden also, soweit wir es verstehen, einzig die auferstandenen Heiligen des alten Bundes von Johannes dem Täufer rückwärts bis zu Abel, -- Abraham, Isaak, Jakob und alle Propheten - mit der Herrscherwürde bekleidet sein. (Vergleiche Matth. 11:11; Luk. 13:28; Hebr. 11:39,40) Anteil am geistigen Reich werden diese freilich nicht empfangen; denn sie waren dazu nicht berufen, da dieser hohe, „himmlische Ruf“ nicht ergehen konnte, bevor das Lösegeld für die Menschheit durch unseren Herrn Jesus gegeben worden war. Aber weil sie die Prüfung ihres Glaubens und ihrer Liebe zur Zeit der Herrschaft des Bösen ehrenvoll bestanden haben, wird ihnen Gott eine über die übrige Menschheit emporragende Stellung anweisen; denn durch das Bestehen jener Prüfung haben sie sich in den Augen Gottes würdig erwiesen, die irdischen Diener und Repräsentanten des geistigen Reiches Gottes zu sein. So verstehen wir die im Psalm 45:16 an den Christus gerichteten Worte: „Anstatt (länger betrachtet zu werden als) deine Väter, werden (sie) deine Söhne sein; zu Fürsten (Obersten, Anführern) wirst du sie einsetzen auf der ganzen Erde.“

Die Würdigbefundenen des alten Bundes werden sich nicht nur darin von der Menschheit im allgemeinen unterscheiden, dass sie ihre Prüfung schon bestanden haben, während diejenige der anderen erst beginnt, sondern auch darin, dass sie zum Lohn bewiesener Treue bereits als vollkommene Menschen auferstehen, der Erziehung zur Vollkommenheit also nicht bedürfen, sondern sich bereits der sittlichen und geistigen Gottähnlichkeit und körperlichen Vollkommenheit erfreuen, welche durch Adams Fall verloren ging. Sie werden daher nicht nur die Fürsten und Obersten, die irdischen Repräsentanten der geistigen Königsklasse, Christus und seiner Kirche, sein, sondern als Vorbild dafür vor ihren Mitmenschen stehen, was alle diejenigen erreichen können, die unter dem Neuen Bund gehorsam sind.

Wenn Abraham, Isaak und Jakob und alle Würdigbefundenen des alten Bundes auferstanden sind und unter ihrem wieder eingesammelten Volk ungefähr am Schluss der durch Gog und Magog über Israel gebrachten großen abschließenden Drangsal erscheinen, so wird ihre geistige Überlegenheit sie sofort von den übrigen unterscheiden. Ihre vollkommene Intelligenz wird sich schnell alle Kenntnisse und Fortschritte der Gegenwart aneignen, sie werden etwas Besonderes haben, wie es unser Herr als Mensch auch hatte, von dem die Leute sagten: „Wie besitzt dieser Gelehrsamkeit, da er doch nicht gelernt hat?“ (Joh. 7:15) So wie Jesus mit Klarheit und Sicherheit predigte, und nicht wie die Schriftgelehrten in verworrener Weise, also werden es auch die vollkommenen Würdigbefundenen des alten Bundes tun, wenn sie unter den Menschen erscheinen. Außerdem werden sie direkt mit dem geistigen Königreich, Christus und seiner Kirche, verkehren, wie unser Herr mit den Engeln, und wie Adam vor seinem Fall. Diese Fürsten der neuen Erde, der neuen Gesellschaftsordnung, werden sich der ihnen übertragenen ehrenvollen Stellung in jeder Hinsicht würdig und gewachsen erweisen.

So sehen wir denn, dass, wenn Gottes Zeit für die Einführung seines Reiches unter den Menschen gekommen ist, seine Werkzeuge schon für ihre Aufgabe vorbereitet sein werden. Ihre vollkommene und vorbildliche Art des Handelns mit Weisheit, Nachsicht und ehrenhafter Selbstbeherrschung und ihr persönliches Beispiel in jeder Gnadengabe des Verstandes und der Kraft wird die Menschen anziehen, und, nachdem letztere durch die große Drangsal gezüchtigt worden sind, zur Mitwirkung anspornen. Ja, noch bevor es ihre Identität erkannt hat, wird das Volk Israel zweifellos ihre Überlegenheit bemerkt haben.

Halten wir uns ferner vor Augen, dass der eigentliche Zweck der großen, ihrem Gipfelpunkt zutreibenden Trübsalzeit der ist, die steinernen Herzen aller Menschen zu brechen, den Hochmut in den Staub zu beugen, den harten Grund mit tiefen Furchen von Elend, Sorge und Verwirrung aufzubrechen, um die Welt für die großen Segnungen des Tausendjährigen Reiches empfänglich zu machen. Dieser Zweck wird erreicht werden, denn Jesaja. spricht (26:9): „Wenn deine (Jehovas) Gerichte die Erde treffen, so lernen Gerechtigkeit die Bewohner des Erdkreises.“

Durch diese Trübsalzeit werden alle Menschen erkennen lernen, dass alle Methoden, welche die Selbstsucht, die gefallene Natur überhaupt, anzuwenden versuchte, mangelhaft sind und nur zu mehr oder weniger Verwirrung und Drangsal führen. Dann werden alle die Herrschaft der Gerechtigkeit herbeisehnen, aber in Verzweiflung sein, nicht wissend, dass dieselbe so nahe gerückt sein wird.

Unterdessen wird Israels lang ersehnte Hoffnung auf das Königreich unter denen wiederaufleben, welche sich aus Glauben nach Palästina zurückbegeben haben werden. Wenn sich die auferstandenen Alten Würdigbefundenen diesen zu erkennen geben und ihnen die Gestalt des Reiches der Gerechtigkeit, das aufgerichtet wird, erklären, so werden sie darin eine Absicht Gottes erkennen. Alsdann wird es ihnen auch klar werden, dass das wahre Königtum ein geistiges, dass Jesus, der Gekreuzigte, der König ist; sie werden mit den Augen des Glaubens und Verständnisses „auf ihn blicken, den sie durchbohrt haben“ und „werden über ihn wehklagen, gleich der Wehklage über den Erstgeborenen und bitterlich über ihn leidtragend, wie man bitterlich über den Erstgeborenen leid trägt. An jenem Tag wird die Wehklage in Jerusalem groß sein.“ Gott „wird über das Haus Davids und über die Bewohner von Jerusalem den Geist der Gnade und des Flehens ausgießen“. - Sach. 12:10, 11

Die Kunde von der Vernichtung der Scharen von Gog und Magog, der wunderbaren Befreiung Israels von seinen Feinden, wird derjenigen auf dem Fuße folgen, dass die Väter auferstanden sind und eine Regierung mit ihnen an der Spitze aufgerichtet haben, und dass Israel als Volk den lang verworfenen Messias anerkannt hat. Das wird freilich erst unter den Nationen zum Teil als Betrug angesehen werden; man wird über die Juden lachen, als seien sie abergläubisch, und die Alten Würdigbefundenen werden als schlaue Schwindler hingestellt werden.

Aber der an die neue Regierung im Heiligen Land sich knüpfende Segen wird Israels Wohlfahrt so wunderbar und schnell heben, dass die in ihrem anarchistischen Zustand verzweifelnde Welt darüber staunen und denken und sagen wird: „Ob Schwindler oder nicht, was diese angeblichen Auferstandenen vornehmen, ist gerade, was die Welt braucht. Wollte Gott, sie nähmen sich der ganzen Welt an und brächten uns wieder Frieden und Ordnung.“ Dann werden sie zu diesen wunderbaren Fürsten senden und sie bitten, ihre Herrschaft und damit ihr Joch der Gerechtigkeit über alle Lande auszudehnen, unter welchem Israel so sichtlich gedeihen wird.

So lesen wir Jes. 2:2-4:

„Es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg (Königreich) des Hauses Jehovas fest stehen auf dem Gipfel der Berge (als ein Königreich über alle Reiche dieser Welt emporragend oder über sie herrschend) und erhaben sein über die Hügel (die höchsten Spitzen); und alle Nationen werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt und lasst uns hinaufziehen zum Berge (Königreich) Jehovas, zum Hause des Gottes Jakobs! Und er wird uns belehren aus seinen Wegen, und wir wollen wandeln in seinen Pfaden. Denn von Zion (dem geistigen Königreich - dem verherrlichten Christus, Haupt und Leib) wird ausgehen das Gesetz und das Wort Jehovas von Jerusalem (dem Sitze der irdischen stellvertretenden Regierung in den Händen der „Fürsten“). Und (vorher - in der Zeit der großen Drangsal) wird er richten zwischen den Nationen und Recht sprechen (eine große Strafe kundtun) vielen Völkern. Und (als Resultat dieses göttlichen Tadels und Strafens mit seinem Gesetz und Wort sie überführend) werden sie ihre Schwerter zu Pflugmessern schmieden und ihre Speere zu Winzermessern: nicht wird Nation wider Nation das Schwert erheben und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.“ - vergleiche Micha 4:1-4

Die enge Verbindung zwischen dem Königreich und seinen irdischen „Fürsten“

Wie wir es erwarten sollten, wird die Verbindung zwischen den zwei Stufen oder Teilen des Königreiches sehr einfach und direkt sein, und dadurch wird die Leitung und die Belehrung der Menschen vollkommen sein - die „Fürsten“ sind die Werkzeuge der göttlichen Mitteilung. Dies scheint in unseres Herrn Worten an Nathanael angedeutet zu sein in Joh. 1:51: „Von nun an werdet ihr den Himmel geöffnet sehen, und die Engel Gottes (Boten Gottes, die „Fürsten“ der neuen Zeitordnung) auf- und niedersteigen (in Bezug) auf (den Willen) des Sohnes des Menschen.“ War nicht auch Jakobs Traum von der Himmelsleiter schon eine Weissagung, welche die zukünftige nahen Verbindung zwischen dem himmlischen Königreich und der Welt anzeigte, an der Jakob als einer der Würdigbefundenen des alten Bundes selber Anteil haben wird? Wir verstehen es wenigstens so. - 1. Mose 28:10-12

Dass Mose, der Mittler des Gesetzesbundes, ein Vorbild Christi, des Mittlers des Neuen Bundes, war, wird in der Schrift ausdrücklich gelehrt und im allgemeinen von den Bibelforschern anerkannt. Aber nicht alle haben eingesehen, dass Mose ein Vorbild des ganzen Christus, Haupt und Leib war, und dass in diesem Sinne das ganze Evangeliums-Zeitalter die Zeit der Erziehung des Leibes Christi gewesen ist. Doch bestätigt dies allein die Anwendung des Vorbildes in einer Anzahl von Fällen, wie zum Beispiel in Apg. 3:22, 23. Am besten erkennt man dies in Hebr. 12:18-22, wo der Parallelismus des Vorbildes mit dem Gegenbild ins Einzelne verfolgt wird, so dass man erkennt, dass die Einführung des Gesetzesbundes durch Mose am Sinai derjenigen des Neuen Bundes durch den Christus (Haupt und Leib) im Tausendjährigen Reich entspricht, auch in einzelnen Zügen wie dem des Ertönens der großen (siebenten) Posaune, den Wetterwolken, dem großen Erdbeben usw., die ihr Gegenbild am Tag der Rache, der Vergeltung, finden und die Menschheit schrecken und bereitwillig machen wird, auf die Stimme des großen Lehrers zu hören und seinen Neuen Bund anzunehmen. Israel hatte sich ganz allmählich dem Sinai genähert und ihn endlich erreicht, so dass sie ihn hätten berühren können. Es gingen schreckliche Erscheinungen und Töne von ihm aus, so dass sich alle fürchteten und bebten. Wir nähern uns jetzt dem Berge Zion, dessen wunderbare Herrlichkeit und dessen Segnungen viel größer sind als die am Sinai. Aber diesen Segnungen gehen noch schrecklichere Zeichen (Posaunentöne, Wetterwolken und Erdbeben) voraus, als jene, die die Israeliten schreckten, nämlich die Erschütterung von allem, was erschüttert werden kann (was sündig ist und dem göttlichen Willen zuwiderläuft), auf dass nur das bestehen bleibt, was wahr und dauerhaft ist. Das liegt in den Worten: „Deshalb, da wir (also erwarten, dass wir) ein unerschütterliches Reich empfangen, lasst uns Gnade haben, durch welche wir Gott wohlgefällig dienen mögen.“ - Hebr. 12:28

Hernach stieg Moses auf den Berg (Königreich) und ward als Vorbild verklärt, daher ward sein Angesicht so glänzend, dass die Kinder Israel es nicht ansehen konnten. Dies schattet die Erhöhung der vollendeten Kirche, des Christus, Haupt und Leib, vor, und der Schleier, den Mose beim Verkehr mit dem Volk trug, vor dem Herrn auf dem Berg aber ablegte, entspricht der irdischen Stufe des Königreiches, den Fürsten auf der ganzen Erde, durch welche der Christus sich vertreten lassen und zu den Menschen reden wird, seine Herrlichkeit dahinter verhüllend. Das ist wiederum ein auffallender Hinweis auf die engen Beziehungen, welche zwischen den irdischen „Fürsten“ und den himmlischen Königen und Priestern bestehen werden. Weiter entspricht der Aufstieg von Mose auf den Berg, um mit Gott zu verkehren, während der Berg in Wolken gehüllt war, aus denen schreckliche Blitze zuckten und in denen ein die Erde erschütternder Donner rollte, der Vollendung der Kirche, des Leibes Christi, nachdem die letzten Glieder „verwandelt“ und in das Königreich eingegangen sein werden, zu jener Zeit, da eine schreckliche Drangsal, wie sie die Welt noch nie erlebt hat, die ganze gegenwärtige Ordnung der Dinge gründlich verändern wird. - Dan. 12:1; Matth. 24:21; 2. Petr. 3:8-14

Wie die ersten Gesetzestafeln, die Moses zerschlug, dem Gesetzesbund entsprachen, der wegen „der Schwachheit des Fleisches“ nie gehalten wurde, so entsprechen die zweiten Tafeln dem Neuen Bund, dessen Mittler Christus ist, und der gehalten werden wird. Dieser Neue Bund wird für die Welt erst in Wirksamkeit treten, nachdem der „Leib Christi“ vollzählig sein wird. Inzwischen nimmt das Herauswählen der Glieder des großen Propheten gleich Mose seinen Fortgang. Nun beachte man, dass Mose bei der Übergabe der zweiten Tafeln (den Neuen Bund darstellend) so verändert wurde, dass er von der Zeit an einen Schleier trug, um mit dem Volk zu verkehren, weil sein Antlitz glänzte. - 2. Mose 32:15, 16, 19 und 34:1, 5, 27-33

Die Einführung des Reiches Gottes wird von so schrecklichen Ereignissen begleitet sein, dass die ganze Welt vor Furcht zittern und schließlich froh sein wird, den Gesalbten des Herrn, den König über die ganze Erde, zu erkennen. Wie damals das Volk Israel bat, dass der Herr nicht weiter zu ihnen rede durch die schrecklichen Erscheinungen und Töne am Sinai, so werden alle Völker wünschen, dass der Herr Jehova aufhöre, mit ihnen zu reden in seinem Zorn und sie zu schlagen in seinem vollberechtigten Missfallen. Sie werden dann froh sein, stattdessen den großen Mittler zu hören, ihn erkennen zu dürfen als Immanuel, als König, den Jehova über sie gesetzt hat, das große Gegenbild von Mose, den verhüllten (ihnen unsichtbaren) Propheten, Priester und König. - Hebr. 12:19; Psalm 2:5, 6

Israel wird das neue Königreich gern und willig annehmen, wie es Psalm 110:3 heißt: „Dein Volk wird voller Willigkeit sein am Tage deiner Macht.“ Es wird gerade das sein, worauf Israel immer gewartet hat, da es der höheren himmlischen Berufung des Evangeliums-Zeitalters gegenüber blind geblieben ist. Nur wird es viel größer und dauerhafter sein als alles, was es sich je gedacht hat. Dann wird eine große Zahl solcher, die auf Irrlehren gehört und nur halb an Christum geglaubt haben, sagen: „Haben wir nicht in deinem Namen geweissagt (gepredigt), ... und in deinem Namen viele Wunder getan?“ (Matth. 7:21, 22); aber sie werden nicht als Braut Christi anerkannt werden, sondern ihren Anteil bekommen am Heulen und Zähneknirschen in der großen Zeit der Drangsal. Dadurch werden sie freilich aus Anhängern einer Namenkirche zu einem Volk Gottes werden und sich „bereitwillig zeigen am Tage seiner Macht!“ Und dann wird, wie die Schrift lehrt, das Reich Gottes als dasjenige erklärt werden, wonach alle Völker sich sehnten - „das Ersehnte aller Nationen“. - Haggai 2:7

Sittliche und gesellschaftliche Reformen

Das Gesetz Gottes, welches alsdann vom Berg Zion, dem Königreich, ausgehen und als Gottes Wort allem Volk, von Jerusalem aus, der neuen Hauptstadt der Welt, durch die „Fürsten auf Erden“ verkündigt werden wird, gebietet sofort allem halt, was heute schon als schreiendes Unrecht anerkannt ist. Sittliche Reformen in jeder Richtung werden Platz greifen, finanzielle, volkswirtschaftliche und religiöse Fragen werden in Übereinstimmung mit der Liebe und Gerechtigkeit gelöst, wie wir in Jesaja 28:17 lesen: „Und ich werde das Recht zur Richtschnur machen und die Gerechtigkeit zum Senkblei.“ Alle Dinge werden diesen neuen Richtlinien entsprechend ins reine gebracht. Was wird das zum Beispiel für jedes Geschäft bedeuten, das nur auf Grund der Verführbarkeit der Menschen bestehen kann! Die Schnapsbuden, Brauereien, Kaffees, Bordelle, Spielhäuser usw. werden geschlossen und ihr Personal auf eine Weise beschäftigt werden, die ihm selbst und anderen Nutzen bringt. Die Herstellung von Kriegsmaterial wird aufhören, und die Armeen werden entlassen, denn das neue Reich wird ihrer nicht bedürfen. Die Übeltäter werden im Augenblick, wo sie den Entschluss fassen, Böses zu tun, daran verhindert, ihn auszuführen. Denn nach Jesaja 11:9 wird in seinem heiligen Reich niemand „Übel tun noch verderbt handeln“ können. - Jes. 32:1-8; 65:20-25; Psalm 149:9; 1. Kor. 2:6

Das jetzt unentbehrliche Bankgeschäft wird verschwinden; denn unter den neuen Verhältnissen werden die Menschen sich als Brüder einer Familie ansehen müssen, und das Privatkapital, das man ausleihen oder aufnehmen kann, wird der Vergangenheit angehören. Die Verteilung des Bodenbesitzes wird verändert, und das damit verbundene Geschäft wird aufgehoben; denn der Herr wird die jetzt geltenden Rechtstitel nicht anerkennen, da er mit Adams Nachkommenschaft auch Adams Besitztum (die Erde, Eph. 1:14) erkauft hat und die besten Teile desselben gemäß Matth. 5:5 den Sanftmütigen geben will, nicht den Selbstsüchtigen und Habgierigen. Hiervon hat schon Jesajas geweissagt, wenn er spricht:

„Auf ihm wird ruhen der Geist Jehovas, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und Furcht Jehovas. Und sein Wohlgefallen wird sein an der Furcht Jehovas. Und er wird nicht richten nach dem Sehen seiner Augen, und nicht Recht sprechen nach dem Hören seiner Ohren; und er wird die Geringen richten in Gerechtigkeit, und den Demütigen (Sanftmütigen) des Landes Recht sprechen in Geradheit. Und er wird die Erde schlagen mit der Rute seines Mundes, und mit dem Hauche seiner Lippen den Gesetzlosen töten. Und Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein, und die Treue der Gurt seiner Hüften.“ - Jes. 11:2-5

Einigen mag dieses göttliche Regierungsprogramm als ein Paradies für die Armen erscheinen, in welchem diejenigen sich nicht wohl fühlen werden, die jetzt Überfluss haben und an Vorteile gewöhnt sind, die sie infolge günstiger Umstände, besserer Begabung oder auch unehrlicher Handlungsweise vor der Großzahl ihrer Mitmenschen haben. Diese mögen indes der Worte gedenken, die der große Richter vor bald 1900 Jahren aussprach: „Aber wehe euch Reichen, denn ihr habt euren Trost dahin! Wehe euch, die ihr voll (zufrieden) seid, denn ihr werdet hungern (unzufrieden sein).“ (Luk. 6:24, 25) Zuerst werden die Reichen dieses Zeitalters allerdings den Verlust ihrer Vorteile beklagen, und wie jetzt die Reichen, die gottesfürchtig sind, es schwer finden, sich in diejenigen Zustände des Herzens und Lebens hineinzufinden, deren Lohn der Anteil am Reiche Christi sein wird, so werden alsdann die einst reich gewesenen Menschen Unannehmlichkeiten zu kosten bekommen, die denen erspart bleiben, die vorher durch die Schule der Widerwärtigkeiten gegangen sind. Aber schließlich wird die unvermeidliche Gleichstellung der Gesellschaft, für welche die Anarchie am Tage der Rache, der Vergeltung, sorgen wird, allgemein angenommen werden müssen und allmählich werden alle, einige schneller, andere weniger schnell, die Vorzüge der Herrschaft der Nächstenliebe anerkennen und schätzen lernen. Es wird sich finden, dass unter der göttlichen Ordnung der Dinge alle gesegnet und glücklich werden können, wenn sie es nur wollen, dass alle auf dem Hochwege der Heiligung wandeln können, dem Ziele der menschlichen Vollkommenheit (das Ebenbild Gottes) und des ewigen Lebens zu. (Jes. 35:8) Was schon jetzt allgemein zugegeben ist, wird sich als durchaus richtig herausstellen: nämlich, dass unter den gegenwärtigen Arbeitserleichterungen, wenn jedermann in passender, richtiger Weise zur Arbeit angehalten würde, drei Stunden täglicher Arbeit zur Verrichtung des Notwendigen genügen würden. Unter der Herrschaft des Reiches Gottes werden die Mußestunden weder sittlichen noch körperlichen Schaden stiften, wie das jetzt der Fall wäre, wo das Böse herrscht und allenthalben Versuchungen lauern, um von unseren angeborenen Schwächen zu profitieren. Im Gegenteil, da Satan zu dieser Zeit gebunden, das Böse eingedämmt, die äußerlichen Versuchungen nicht mehr vorhanden sind, werden die Mußestunden unter Anleitung der herrlich gemachten Kirche (Herauswahl) zu Studien verwendet werden, die mehr und mehr an Anziehungskraft und Interesse gewinnen, Studien der Natur und des Schöpfers der Natur, seiner Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Allmacht. So werden sie auf angenehme Weise dem Ziele menschlicher Vollkommenheit, dem Endzweck ihrer Erziehung, ihres „Gerichts“, zustreben; denn das sollte man im Auge behalten, das neue Reich wird sich nicht nur mit den großen, sondern auch mit den unscheinbarsten Angelegenheiten seiner Untertanen beschäftigen und ein väterliches Regiment im vollsten Sinne des Wortes sein.

Wir brauchen uns aber vor diesem erhabensten Regiment, das die Welt je gesehen hat, unter welchem Leben, Eigentum und alle Interessen eines jeden in der Hand des Königs liegen, gegen den es keine höhere Instanz gibt, keineswegs zu fürchten; denn wir besitzen den sicheren, unumstößlichen Beweis dafür, dass alle Vorkehrungen und Anordnungen des Reiches das Wohl seiner Untertanen bezwecken. Dieser Beweis liegt in der Liebe, die den König dieses Reiches bewogen hat, die Menschen um den Preis seines eigenen Lebens vom Tode zu erkaufen und ihnen so ein Anrecht auf eine persönliche Prüfung zu erwerben, durch welche sie des ewigen Lebens würdig erachtet werden können. Der eigentliche Zweck des Tausendjährigen Reiches ist es gerade, den Menschen in dieser Prüfung beizustehen. Was könnten wir noch mehr verlangen? Es ist doch weiter nichts als sein volles Recht, über dasjenige ohne Einschränkung zu herrschen, was er mit seinem eigenen kostbaren Blut erkauft hat, und alle, die die Liebe zu schätzen wissen, würden, wenn man sie um ihre Stimmenabgabe bittet, was jedoch nicht geschehen wird, mit Freuden für die Übertragung aller Macht und Gewalt auf ihn stimmen, und alle diese werden sich sehr bald seinem gerechten Willen fügen.

Aber kann nun auch den Heiligen, den Miterben des Reiches, die mit ihm herrschen und richten werden, ohne Gefahr für die Menschheit so schrankenlose, erhabene Macht anvertraut werden? Wir denken, ja! Wie unser Herr Jesus den Beweis erbracht hat, dass er des himmlischen Vaters Geist besaß und voll und ganz das Ebenbild des Vaters ist, so werden auch alle, die zu jener kleinen Herde, zu den Miterben des Reiches gehören, daraufhin geprüft worden sein, ob sie den Geist Christi, den Heiligen Geist der Liebe, besitzen. Ein Zweck ihrer Berufung ist, dass sie Ebenbilder von Gottes liebem Sohn werden sollen, und nur der wird zur kleinen Herde gezählt werden, der seine Berufung und Erwählung festgemacht hat. Damit sie sich in die Lage derer versetzen können, die ihrer Obhut und Zucht anvertraut werden sollen, sind sie unter den Schwachen und Unvollkommenen herausgesucht und müssen lernen, was es heißt, den guten Kampf zu kämpfen für Wahrheit und Recht gegen Irrtum und Sünde. Wie dem Hohenpriester, so kann auch den Unterpriestern des königlichen Priestertums ohne Bangen volles Vertrauen entgegengebracht werden. Ihnen will Gott seine Macht übertragen; das ist die beste Garantie dafür, dass sie gerecht, weise und liebevoll zur Segnung der Welt ausgeübt wird.

Die Herrschaft der eisernen Rute

Die Nationen werden der Gewalt, einer unwiderstehlichen Gewalt unterworfen werden, bis sie sich freiwillig der gerechten Ordnung fügen, bis alle Knie sich beugen und jede Zunge die göttliche Macht und Herrlichkeit anerkennen wird. Zunächst wird also ein äußerlicher Gehorsam erzwungen werden, wie geschrieben steht: „Er wird die Nationen weiden (beherrschen) mit eiserner Rute, wie Töpfergefäße zerschmettert werden.“ (Offb. 2:27) Dieses Zerschmettern und Zerbrechen ist die Sache des Tages der Rache, der Vergeltung, und wenn auch die Gewalt der eisernen Rute durch das ganze Millennium hindurch fortbestehen wird, so dürfte ihre Anwendung unnötig bleiben, da aller offene Widerstand durch die große Drangsal gebrochen werden wird. Wie der Prophet die Sache darstellt, wird Gott zu jener Zeit des Zerschmetterns zu der ungebärdigen, vorlauten und von Selbstvertrauen erfüllten Menschheit sagen: „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! Ich will Ehre einlegen (gepriesen werden) unter den Nationen (Völkern), ich will Ehre einlegen (gepriesen werden) auf Erden!“ (Psalm 46:10) Im Tausendjährigen Reiche jedoch wird Recht zur Richtschnur und Gerechtigkeit zum Senkblei gemacht werden in allen großen und kleinen Dingen eines jeden einzelnen Menschen. Auf diese Weise wird jeder einzelne Mensch von Gott unterrichtet werden durch Vermittlung der Auserwählten, der Diener seines Bundes, des großen Königs, Priesters und Propheten, Christus (Haupt und Leib) - Prophet im Sinne des Lehrers, König im Sinne des Herrschers, Priester im Sinne des Mittlers, der nach der Erlösung seinem Volk beisteht und die göttliche Gnade und Gunst über dasselbe ausgießt. Diese drei Würden sind in ihm vereinigt; daher heißt es: „Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks“, welcher ein Priester auf königlichem Thron war. - Hebr. 7:17; Sach. 6:13; Apg. 3:22; 5. Mose 18:15

Als Verkörperung der Weisheit erklärt der neue König (Spr. 8:14-21, 35, 36):

„Mein sind Rat und Einsicht; ich bin der Verstand, mein ist die Stärke. Durch mich regieren Kön., und Fürsten treffen gerechte Entscheidungen; durch mich herrschen Herrscher und Edle, alle Richter der Erde (irdische Bevollmächtigte des Königreiches). Ich liebe, die mich lieben; und die mich früh suchen, werden mich finden. Reichtum und Ehre sind bei mir, bleibendes Gut und Gerechtigkeit. Meine Frucht ist besser als feines Gold und gediegenes Gold, und mein Ertrag als auserlesenes Silber. Ich wandle auf dem Pfad der Gerechtigkeit, mitten auf den Steigen des Rechts, um die, die mich lieben, beständiges Gut erben zu lassen, und um ihre Vorratskammern zu füllen, ... denn wer mich findet, hat das Leben gefunden und Wohlgefallen erlangt von Jehova. Wer aber an mir sündigt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod.“

Israel ein Vorbild

Dass die Welt Gelegenheit bekommen wird, an Israel die Einführung des Reiches Gottes und dessen greifbare Vorteile zu betrachten, während sie bei der herrschenden Anarchie verzweifeln wird, so dass schließlich die Mehrheit das Reich Gottes herbeiwünschen wird, dafür finden wir einen trefflichen Beweis in Jes., wo wir Kapitel 60:1-6 und 11-20 lesen:

„Stehe auf, leuchte! denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jehovas ist über dir aufgegangen. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt Jehova auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und Nationen wandeln zu deinem Lichte hin und Kön. (die Hauptpersonen der Erde) zu dem Glanze deines Aufgangs. (Dies wird sich auf das geistige Israel, die Sonne der Gerechtigkeit, beziehen, aber ebenso auf seine irdischen Bevollmächtigten, seine Vertreter, das fleischliche Israel, das wiederhergestellt sein und sich neuer Gnade und Freundlichkeit vom Angesichte Gottes erfreuen wird).

„Erhebe ringsum deine Augen und sieh: Sie alle versammeln sich, kommen zu dir. Deine Söhne kommen von ferne, und deine Töchter werden auf den Armen herbeigetragen. (vergleiche Hes. 16:61) - Dann wirst du es sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird beben und weit werden; denn des Meeres Fülle (die anarchistischen Massen - siehe Offb. 21:1) wird sich zu dir wenden, der Reichtum der Nationen zu dir kommen. ... Und sie werden das Lob Jehovas fröhlich verkündigen.“

Wahrlich, das wird ein herrlicher Tag sein, wenn die Augen der Blinden aufgetan werden, und viele sich der Rechtschaffenheit zuwenden! Es wird ein Tag der Bekehrungen und Erweckungen nach den Richtlinien der Wahrheit statt nach denen der Furcht und der Irrlehren sein. Es wird die Zeit sein, von der der Prophet sagt: „Eine Nation wird an einem Tage geboren werden.“ (Jes. 66:8) Israel wird diese Nation sein, zuerst Israel nach dem Geist, das „heilige Volk“, und zweitens Israel nach dem Fleisch als irdisches Abbild des ersteren. Von diesem Israel wird das Licht ausgehen, welches die gezüchtigte Welt auf ihre Knie niederfallen lassen wird, und die verheißene Ausgießung des Heiligen Geistes auf alles Fleisch nach jenen Tagen ausgehen, wie sie in diesen Tagen nur den wahren Knechten und Mägden Gottes zuteil geworden ist. - Joel 2:28

Das ist der Tag des Heils, von dem der Psalmist einst sang (Psalm 118:24, 22, 26, 25, 18-21, 27):

„Dies ist der Tag, den Jehova gemacht hat;
Frohlocken wir und freuen wir uns in ihm!
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
Ist zum Eckstein geworden!

Gesegnet der da kommt im Namen Jehovas! (vergl. Matth. 23:3)
Bitte, Jehova, rette doch!
Bitte, Jehova, gib doch Wohlfahrt!

Wohl hart hat mich Jah (Jehova) gezüchtigt,
Aber dem Tode hat er mich nicht übergeben.
Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit:
Ich will durch sie eingehen, Jah (Jehova) will ich preisen.

Dies ist das Tor Jehovas:
Die Gerechten werden durch dasselbe eingehen.
Ich will dich preisen, denn du hast mich erhört
Und bist mir zur Rettung geworden.
Jehova ist Gott, und er hat uns Licht gegeben.“

Die künftige Erziehung und Belehrung der Menschen wird also mit dem Herzen beginnen. Sie werden damit anfangen, zu lernen, dass die Furcht des Herrn der Weisheit Anfang ist. (Spr. 9:10) Ein Grund, weshalb heutzutage so viele erzieherische Arbeit erfolglos bleibt, ist der, dass die Erziehung nicht von diesem Grundsatz ausgeht. Darum macht sie auch die Menschen hochmütig, anmaßend und unzufrieden. Im Reiche Gottes wird aber alles in richtiger Weise angefasst und daher auch mit Erfolg durchgeführt werden.

Kein Geschöpf des erkauften Geschlechtes wird zu tief stehen, um von der göttlichen Gnade erreicht zu werden, vermittels der allmächtigen, segensreichen Wirksamkeit des Reiches. Keine Erniedrigung der Sünde wird den Menschen aus dem Bereich der Gnadenhand und ihres Rettungswerkes rücken. Keine Finsternis der Unwissenheit und des Aberglaubens wird die Menschen derart umnachten, dass sie nicht dem Licht der göttlichen Wahrheit und Liebe zugänglich wären und dadurch die Freude des neuen Tages kennen lernen und die Gelegenheit wahrnehmen könnten, dieser Freude durch Gehorsam teilhaftig zu werden. Jede Krankheit, die den Leib schwächen oder beflecken kann, wird schnell von dem großen Arzt geheilt werden können; keine leiblichen oder geistigen Gebrechen und Verkümmerungen werden seiner heilenden Berührung zu widerstehen vermögen.

Alle, die in den Gräbern sind, werden hervorkommen

Das große Werk der Wiederherstellung, das also mit der überlebenden Generation beginnen soll, wird alsbald auf alle entschlafenen Geschlechter der Erde ausgedehnt werden. Denn die Stunde kommt, ja, sie steht vor der Tür, da alle, die in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes des Menschen vernehmen und aus den Gräbern (dem Todeszustand) hervorgehen werden - „wenn der Tod und der Hades (das Grab) die Toten zurückgeben werden, die in ihnen sind, und das Meer seine Toten geben wird.“ (Joh. 5:28, 29; Offb. 20:13) Auch die Scharen Gog und die Sünder in Israel, welche in der Schlacht des großen Tages umgekommen sein werden, kehren zu ihrer Zeit zurück, nicht abermals als ein Heer von gesetzlosen Verwüstern, sondern als gezüchtigte, bußfertige Einzelwesen, vor Scham und Verwirrung ihr Angesicht verhüllend beim Lichte jenes Tages. Auch ihnen wird die Gnade erscheinen und Gelegenheit geboten werden, wieder zur Ehrbarkeit und Ansehen zu gelangen.

Die Auferstehung der Würdigbefundenen des alten Bundes und die häufigen Heilungen von Kranken durch gläubiges Gebet wird wohl, wenn die Menschen darüber werden nachdenken können und sich von den Schrecknissen der Drangsalszeit erholt haben, ihnen den Gedanken nahe legen, dass auch andere auferstehen können gemäß der Verheißung Christi, dass alle, die in den Gräbern sind, die Stimme des Menschensohnes hören und aus den Gräbern (aus dem im Tode Begrabensein) hervorgehen. Sie werden daher sich ihrer Freunde und Verwandten erinnern, und es ist eine naheliegende Vermutung, die nichts Vernunftwidriges hat, dass die Wiederherstellung der entschlafenen Geschlechter auf dem Wege der Erhörung der gläubigen Fürbitte für dieselben vor sich gehen wird. Uns erscheint diese Methode als die allerpassendste. Die Toten kehren auf diese Weise allmählich zurück, in umgekehrter Reihenfolge, als sie dahinschieden, und finden so bei ihrer Rückkehr Heimstätten und Freunde, die sie willkommen heißen, die sofort für sie sorgen und sie in die Sitten, Gebräuche und Sprache der Gegenwart einführen. Würde eine andere Methode befolgt, so kämen die Auferweckten auf eine ihnen gänzlich fremde Welt zurück und müssten mitten unter einem Geschlecht leben, das ihnen fremd und unverständlich wäre. Nur die Propheten und anderen Würdigbefundenen des alten Bundes werden, da sie ihre Prüfung bestanden haben und daher als vollkommene Menschen auferstehen, geistig, sittlich und körperlich alle anderen Menschen überragen und sich daher ohne Schwierigkeit in die neuen Verhältnisse hineinfinden.

Es ist nun nicht wahrscheinlich, dass alle Gebete für die verstorbenen Freunde sofort erhört werden. Denn der Herr wird wohl mit einem jeden ganz bestimmte Absichten haben, mit denen die einen oder anderen Gebete nicht in Einklang stehen könnten. Seine Anordnung wird wahrscheinlich in Verbindung stehen mit der passenden Zeit sowohl in bezug auf die Verstorbenen als auch auf die Freunde und Verhältnisse, unter denen sie nach ihrer Auferweckung leben sollen. Daher müssen die Kirche Christi und die Würdigbefundenen des Alten Bundes zuerst auferstehen, um die überlebenden Menschen vorzubereiten. Nachdem dies geschehen ist, nachdem ihre Herzen gelernt haben, auf dem Hochweg der Heiligung vorwärts zu streben, werden sie für die Verstorbenen bitten können, da sie alsdann fähig sind, ihnen den gleichen Weg zu weisen. Die Auferweckungen werden auf diese Weise Belohnungen des Glaubens der Lebenden sein, und die Auferweckten werden so in günstige Verhältnisse eingeführt.

Der herrliche Ausblick

Welch herrlichen Ausblick wird die neue Ordnung der Dinge bieten, wenn sie vollständig eingeführt ist! Die Veränderungen früherer Jahrhunderte sind merklich, ja großartig gewesen; diese Veränderung aber wird das größte Weltereignis sein.

Es ist daher kein Wunder, dass der Gedanke an ein solches Schauspiel, an die Rückkehr der ganzen Menschheit zu Gott unter Lobgesang, die Herzen voll immerwährender Freude, dem einen oder anderen zu schön vorkommen mag, als dass er daran zu glauben vermöchte. Dem rufen wir aber ins Gedächtnis, dass, der es verheißen hat, treu ist und alles, was ihm wohlgefällt, hinauszuführen vermag. Obwohl Sorgen und Seufzer jetzt von unserem Dasein unzertrennlich scheinen, sollen sie doch einst entfliehen. Obwohl Trauer in Sack und Asche die ganze lange Nacht der Herrschaft von Sünde und Tod vorgeherrscht hat, so wartet doch Freude und Wonne auf den Morgen des Tausendjahrtages, wenn von aller Augen alle Tränen abgewischt werden; Schönheit soll der Menschheit die Asche, und Freudenöl ihr den Geist der Bekümmernis ersetzen.

Die Zunahme seines Königreiches

Das Reich wird sich ausbreiten, wie irdische Reiche anwachsen, bis es zu einem großen „Berg“ (Königreich) geworden ist, der die ganze Erde füllt. (Dan. 2:35) Wie zum Beispiel das englische Reich zunächst den Souverän und seinen Hof umfasst, dann das Parlament und die verschiedenen Regierungsminister, im weiteren jeden Briten und jeden auf die Verfassung eingeschworenen Soldaten und schließlich alle Einwohner seiner Kolonien, sofern sie sich nicht mit den Reichsgesetzen in offenen Widerspruch setzen, so besteht das Reich Gottes zunächst aus dem Vater, der über alles herrscht (Matth. 13:43; 26:29), danach der Christus und seine zur göttlichen Natur und Majestät erhobene Braut, denen der Vater als seine Vertreter die Herrschaft über die Erde für tausend Jahre übertragen will, damit sie das Böse unterwerfen und vernichten und alle, die es wollen, unter den günstigen Bedingungen des Neuen Bundes zu voller Übereinstimmung mit dem Vater bringen; das Königreich besteht ferner aus den irdischen Bevollmächtigten oder „Fürsten“ des Reiches, welche dessen sichtbare Vertreter unter den Menschen sein werden, und aus allen, welche die Aufrichtung des Reiches erkannt haben und sich demselben willig unterwerfen, seien sie nun Juden oder „Heiden“, und endlich aus allen seinen Untertanen, die seinen Gesetzen gehorchen, das heißt aus der ganzen Menschheit, nachdem die Ungehorsamen vernichtet sein werden. - Apg. 3:23; Offb. 11:18

Dies wird der Zustand des stellvertretenden Reiches Gottes am Ende seiner tausendjährigen Dauer sein. Friede und Gerechtigkeit werden der Menschheit aufgenötigt worden sein und allein bestehen, nachdem alle mit Willen Widerstrebenden vernichtet sind unter der Herrschaft der eisernen Rute (Offb. 2:27), wie in Jes. geschrieben steht, wo er von dieser Zeit spricht: „Der Sünder wird als Hundertjähriger verflucht (abgeschnitten) werden.“ In diesem Alter wird er jedoch noch ein Kind sein; denn mit nur äußerlichem Gehorsam den vernünftigen und gerechten Anordnungen des Reiches gegenüber hätte er wenigstens bis an das Ende der tausendjährigen Periode leben können. - Jes. 65:20; Apg. 3:23

Aber mit diesem aufgenötigten Frieden und Gehorsam wird sich Gott nicht zufrieden geben, obwohl derselbe ganz gut ist, um die Vorteile und Segnungen einer gerechten Regierung deutlich hervortreten zu lassen. Gottes beabsichtigtes Reich ist ein solches, in dem jeder Einzelne tun darf, was er will, weil eines jeden Willen dem göttlichen Willen durchaus entspricht, das Gute liebend und das Böse hassend. Dieses Ideal muss schließlich im Weltall herrschen; für die Menschheit wird es am Ende des Tausendjährigen Reiches erreicht sein.

Darum lesen wir auch in Offb. 20:7-10, dass am Ende des Tausendjährigen Zeitalters wieder eine Erntezeit sein wird, in welcher eine Aussonderung stattfindet unter den Milliarden der alsdann wieder lebenden Menschen, die alle eine volle Gelegenheit gehabt haben, vollkommen zu werden. Diese Erntezeit wird derjenigen am Schlusse des gegenwärtigen Zeitalters entsprechen; sie wird endgültig die Böcke von des Herrn Schafen scheiden, wie dies im Gleichnis unseres Herrn (Matth. 25:31-46) dargestellt ist. Aber ein großer Unterschied wird sein; während in den Erntezeiten des jüdischen Zeitalters und des Evangeliumszeitalters nur eine kleine Herde gesammelt, die große Masse aber, weil in der gegenwärtigen Zeit von Satan getäuscht und geblendet, unwürdig befunden ward, dürfte in der dritten Erntezeit die große Masse als treue Schafe erfunden zum ewigen Leben eingehen, und nur eine Minderzahl Böcke vernichtet werden. Doch auf die Zahl kommt es dem Herrn nicht an, sondern auf die persönliche Eigenschaft. Er versichert, dass Sünde, Sünder und alle, die dem Bösen den Vorzug geben, nicht über das Tausendjährige Reich hinaus bestehen sollen, um nicht in der darüber hinausliegenden Ewigkeit das Glück, den Frieden und den Segen zu gefährden, in jener Ewigkeit, in welcher „der Tod nicht mehr sein wird, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz sein wird; denn das Erste (das Vorhergehende) ist vergangen.“ - Offb. 21:4

So wird das Reich Gottes kommen, und sein Wille wird auf Erden getan werden, wie er im Himmel geschieht. So wird der Christus herrschen als des Vaters Stellvertreter, bis er hinweggetan haben wird alle widerstrebende Gewalt und Macht, und bis er es dazu gebracht hat, dass alle Knie sich beugen und jede Zunge die Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Macht Gottes, des Vaters, bekennt. Dann wird er, nachdem er durch die letzte, schwere Probe am Schluss des Millenniums, alle nur äußerlich Gehorsamen, die noch einen Hang zur Sünde haben, offenbar gemacht und aus der Mitte des Volkes ausgerottet haben wird (Offb. 20:9), seine stellvertretende Herrschaft dem Vater übergeben. Dies bezeugt der Apostel in den folgenden Worten:

„Er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Der letzte Feind, der weggetan wird, ist der (adamische) Tod. Dann das Ende (seiner Herrschaft, nachdem sie ihren Zweck erfüllt hat), wenn er (Christus) das Reich dem Gott und Vater übergibt, wenn er (Christus) weggetan haben wird alle (widerstrebende) Herrschaft und alle Gewalt und Macht. ... Wenn ihm (dem Vater) aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm (für die tausend Jahre) alles unterworfen hat.“ - 1. Kor. 15:24-28

Wird nun nach Ablauf des Tausendjährigen Reiches Christi der Wille Gottes nicht mehr auf Erden wie im Himmel getan werden? O doch! Gerade dahin wird Christi Herrschaft führen! Zu jener Zeit werden alle Menschen nicht nur vollkommen sein wie Adam, als er erschaffen wurde (die absichtlichen Sünder werden ja vernichtet sein), sondern sie werden außerdem wissen, wie gut die Gerechtigkeit und wie überaus sündig und schädlich die Sünde ist. Sie werden ihre Probe mit Erfolg bestanden und bewiesen haben, dass ihre Gesinnung mit der göttlichen voll und ganz übereinstimmt.

Alsdann wird das Reich Gottes unter den Menschen sein, wie es jetzt im Himmel unter den Engeln ist. Die dem vermittelnden Reiche Christi eigenen Züge, speziell die Gelegenheit, unter dem Neuen Bund für die Fehltritte der Sünder Gnade und Vergebung zu finden, werden nicht mehr bestehen, weil hinfort kein schwaches, unvollkommenes Wesen vorhanden sein wird, das derselben bedürfte.

Ordnung wird aber, wenn einmal alle vollkommen und in Gottes Ebenbild sind, dennoch und erst recht herrschen. Denn Ordnung ist des Himmels oberstes Gesetz und wird auch das der Erde sein. Dieses setzt gerechte Herrscher voraus. Da werden wir die erste vollständig durchgeführte Republik erleben. Die gegenwärtigen Versuche, jeden als Souverän und alle als gleich anzusehen, den erwählten Vertreter oder Präsidenten als Diener seiner ihm gleichen Mitbürger statt als ihren Herrn und Gebieter zu betrachten, haben alle mehr oder weniger fehlgeschlagen. Die Menschen sind eben weder intellektuell, noch körperlich, sittlich, finanziell noch in irgendeiner anderen Hinsicht untereinander gleich, und keiner eignet sich wahrhaft zum Souverän, sondern alle bedürfen ihrer Schwachheiten wegen des Zügels der Gesetze.

Nachdem aber das vermittelnde Reich alle Menschen zu Vollkommenheit erzogen haben wird, werden sie alle Kön. sein, wie es Adam war vor dem Fall. Diesen Königen gemeinsam wird das auf das Millennium folgende Reich Gottes anvertraut werden, und alle werden in vollem Einvernehmen untereinander und mit dem Gebot der Liebe herrschen, und ihr Präsident wird ihnen dienen und sie vertreten. O Herr, wir beten: - „Dein Reich komme!“ damit es deinen Heiligen und der Welt wohl ergehe.

Gott ist uns Zuflucht und Stärke,
Eine Hilfe, reichlich gefunden in Drangsalen.
Darum werden wir uns nicht fürchten,
Wenngleich gewandelt würde die Erde,
Und wenn die Berge wankten im Herzen des Meeres,
Wenn seine Wasser tobten und schäumten, 
die Berge erbebten durch sein Ungestüm. (Sela.)

Ein Strom - seine Bäche erfreuen die Stadt Gottes,
Das Heiligtum der Wohnungen des Höchsten.
Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken;
Gott wird ihr helfen beim Anbruch des Morgens.
Es toben die Nationen, die Königreiche wanken;
Er lässt seine Stimme erschallen: die Erde zerschmilzt.
Jehova der Heerscharen ist mit uns.
Eine hohe Feste ist uns der Gott Jakobs.

Kommet, schauet die Großtaten Jehovas,
Der Verheerungen angerichtet hat auf der Erde!
Der die Kriege beschwichtigt bis an das Ende der Erde,
Den Bogen zerbricht und den Speer zerschlägt, 
die Wagen mit Feuer verbrennt.
Lasset ab und erkennet, dass ich Gott bin!
Ich werde erhöht werden unter den Nationen,
Ich werde erhöht werden auf Erden.
Jehova der Gott der Heerscharen ist mit uns,
Eine hohe Feste ist uns der Gott Jakobs. (Sela.)
(Psalm 46)

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